Home BierBier Wissen Was ist eigentlich Cider?

Was ist eigentlich Cider?

von Michael

Cider hat inzwischen längst in deutschen Restaurants Einzug gehalten und wird auch bei privaten Partys oder an lauen Sommerabenden gern als Erfrischungsgetränk getrunken. Auch in der Craft Beer Szene, in der eigentlich alles erlaubt ist, gewinnt dieses Getränk an Bedeutung. In der Craft Beer Szene wird das Reinheitsgebot nicht so genau genommen. Daher können auch gerne Früchte, im Fall von Cider Äpfel, verwendet werden.

Die Bezeichnung “Cider” kommt aus dem Englischen. Eine andere Bezeichnung für ein ähnliches Getränk kommt aus dem Französischen und lautet “Cidre”. Im Grunde genommen gibt es zwischen diesen beiden Varianten keinen Unterschied. Die Grundzutat für das erfrischende, moussierende Getränk mit Kohlensäure sind Äpfel. Es handelt sich eigentlich um einen Apfelwein mit Kohlensäure, also einen Apfelschaumwein.

Was ist Cider?

Cider ist kein Bier, sondern ein Apfelschaumwein. Es ist Apfelwein, der Kohlensäure enthält. Das alkoholische Getränk wird aus Apfelsaft hergestellt. Das es zahlreiche Sorten von Äpfeln gibt, die sich in ihrem Geschmack unterscheiden, gibt es auch Cider in verschiedenen Sorten und mit unterschiedlichem Geschmack.

Wie wird Cider ausgesprochen?

Die Aussprache von Cider in der englischen Form ist saida.

Zumeist werden für Cider kleinere Äpfel verwendet. Diese Äpfel werden aufgrund ihrer besonderen Eignung auch als Cideräpfel bezeichnet. Um den Alkoholgehalt und den Geschmack zu beeinflussen, werden oft mehrere Apfelsorten verwendet. Das Aroma entsteht vorrangig durch süße Äpfel. Die goldgelbe Farbe wird durch bittere Äpfel erreicht. Für die Konservierung sorgen saure Äpfel.

Apfelmost

Apfelmost

Da Cider ein Erfrischungsgetränk ist, hat er nur einen geringen Alkoholgehalt. Der Alkoholgehalt ist mit dem von Bier vergleichbar und liegt je nach Sorte und Herkunft zwischen 0,8 und 12 Prozent. Cider wird in verschiedenen Ländern hergestellt. Schwedischer Cider hat zwischen 0,8 und 7,5 Prozent Alkohol. Der Alkoholgehalt von französischem Cidre liegt bei 2,5 bis 5 Prozent, während es englischer Cider mitunter auf 12 Prozent Alkohol bringt.

Wie hoch ist der Alkoholgehalt von Cider?

Cider hat einen Alkoholgehalt von 2,5 bis 5 Prozent. Es gibt aber auch schwedischen Cider mit nur 0,8 Prozent Alkohol und englischen Cider mit einem Alkoholgehalt bis zu 12 Prozent.

Im Grunde genommen hat Cidre einen spritzig-süßen Geschmack. Es gibt auch Sorten, die aus säuerlichen Äpfeln hergestellt werden und daher mehr säuerlich schmecken. Um einen süßeren Geschmack zu erhalten, wird mitunter bei der Herstellung Zucker zugefügt.

Die Kohlensäure kann Cider einerseits durch die Gärung, andererseits durch das Hinzufügen bei der industriellen Herstellung erhalten. Qualitativ hochwertiger Cider als Apfelsekt sollte zu 100 Prozent aus Apfelsaft bestehen. Es gibt jedoch auch eine Variante, bei der große Teile Zucker und Wasser verwendet werden. Dieses Getränk darf nur als “White Cider” bezeichnet werden. Es hat keine so intensive gelbe Farbe.

Cider oder Cidre ist Apfelschaumwein, Apfelsekt oder Apfelwein mit Kohlensäure. Bei der Gärung wird der Fruchtzucker im Apfelsaft in Alkohol umgewandelt. Unterschiede im Zucker- und Alkoholgehalt treten nicht nur durch die Wahl der Früchte, sondern auch durch die unterschiedliche Gärzeit auf.

Was hat Cider mit Bier zu tun?

Cider enthält Kohlensäure und hat eine goldgelbe Farbe bis hin zu Orange. Er wird aufgrund des Kohlensäuregehalts und der Farbe mitunter mit Bier verglichen. Cider kann von seinem Geschmack und von der Herstellung aus Fruchtsaft her eher zu den Weinen oder Schaumweinen gezählt werden.

Die Grundlage für die Herstellung von Cider ist fermentierter Zucker aus Apfelsaft. Auch Bier wird auf der Grundlage von Zucker hergestellt. Dieser Zucker stammt jedoch nicht aus Früchten, sondern aus Getreide. Da die Getreidekörner bei der Herstellung von Bier nur über Stärke verfügen, müssen sie gemälzt werden. Sie werden zum Keimen gebracht und bilden Enzyme. Die Stärke wird in fermentierbaren Zucker umgewandelt.

Die Gemeinsamkeit von Cider und Bier besteht darin, dass die beiden Getränke bei der Fermentation Zucker in Alkohol und Kohlensäure umwandeln. Beim Bier muss die Umwandlung schonend erfolgen. Der Geschmack wird auch durch die Gärung beeinflusst.

Rockshore, Bulmers und Smithwicks

Rockshore, Bulmers und Smithwicks

Ähnlich wie verschiedene Biersorten sollte auch der Cider nach der Gärung noch reifen. Die Reifung erfolgt meistens in Holzfässern. Durch die Reifung gewinnt der Cider noch mehr Aroma.

Wo kommt Cider her?

Cider ist in vielen Ländern bekannt. Schon in Kleinasien wurde um 400 vor Christus ein ähnliches Getränk bereitet. In seiner heutigen Form hat Cider seinen Ursprung in England.

Cider in der Craft Beer Szene und in Pubs

Apfelweinhahn

In englischen Pubs wird der Apfelwein häufig aus dem Hahn angeboten

Cider kann die Craft Beer Szene mitbestimmen. In der Craft Beer Szene spielt das Reinheitsgebot kaum eine Rolle. Daher ist es erlaubt, auch Früchte und Gewürze für die Herstellung zu verwenden. Der Apfel ist die Grundzutat für Cider. Er wird mitunter auch für die Herstellung verschiedener Craft Beer Sorten verwendet. Allerdings wird bei der Craft Beer Herstellung immer auch Getreide eingesetzt, das gemälzt werden muss.

In englischen Pubs wird Cider häufig aus dem Zapfhahn angeboten. Er ist dort oft als Alternative zu Bier verfügbar. Ähnlich wie der Hauswein in Deutschland ergänzt Cider in englischen Bierlokalen das Sortiment.

Vor allem Frauen, die Bier aufgrund seines herben Geschmacks nicht mögen, entscheiden sich für den Apfelschaumwein. Im Gegensatz zu Bier schmeckt er süß, mit einer leicht säuerlichen, fruchtigen Note.

Apfelwein, Cidre und Cider – Wo liegt der Unterschied?

Apfelwein, Cidre und Cider haben eine Gemeinsamkeit. Sie werden aus Äpfeln hergestellt und schmecken danach. Bei allen drei Getränken handelt es sich um vergorene Apfelprodukte. Es gibt jedoch Unterschiede in der Herstellung und im Geschmack dieser Getränke.

Apfelwein hat eher einen herben Geschmack. Er hat keine Kohlensäure. Sein Alkoholgehalt ist in der Regel höher als der von Cider und Cidre. Für die Herstellung von Apfelwein werden Äpfel mit festem, saftigem Fruchtfleisch und einem hohen Säuregehalt verwendet. Die Früchte werden zu Maische verarbeitet, indem sie nach dem Waschen grob gemahlen werden. Diese Maische wird gepresst. Apfelwein wird unter Zusatz von Weinhefe hergestellt, damit der gepresste Saft gären kann.

Cider zum Zapfen

Cider zum Zapfen

Um den Gärungsprozess in bestimmte Bahnen zu lenken, kann auch für die Herstellung von Cidre oder Cider Hefe zum Apfelsaft gegeben werden. Der Alkoholgehalt wird umso höher, je länger der Gärungsprozess dauert. Der Fruchtzucker wird dann stärker in Alkohol umgewandelt. Um einen süßen Geschmack und einen geringeren Alkoholgehalt zu erzielen, wird beim Cider oder Cidre der Gärungsprozess frühzeitig gestoppt. Dieser Fruchtwein enthält dann noch Kohlensäure.

Anders als Apfelwein, der frei von Kohlensäure ist, enthält Cider oder Cidre Kohlensäure. Er ist vergleichbar mit Federweißer oder Heurigem bei der Weinherstellung. Cider oder Cidre ist ein spritziges Erfrischungsgetränk. Er kann länger reifen als Apfelwein und enthält dadurch sein spezielles Aroma.

Streng genommen wird Cider etwas länger fermentiert als Cidre. Daher schmeckt Cider, der seinen Ursprung in England hat, etwas herber als Cidre. Er kann daher auch einen höheren Alkoholgehalt als Cidre erreichen. Auch der Gehalt an Kohlensäure ist beim englischen Cider mitunter geringer als beim französischen Cidre.

Cidre hat seinen Ursprung in Frankreich und ist die leichteste Variande dieser Apfelschaumwein-Getränke.

Welche Geschmacksrichtungen gibt es?

Gold Top Cider

Gold Top Cider

Cider ist nicht gleich Cider, wenn es um den Geschmack geht. Abhängig von den verwendeten Äpfeln und vom Gärprozess werden unterschiedliche Geschmacksrichtungen unterschieden.

Äpfel und der daraus hergestellte Cider haben einen unterschiedlichen Gehalt an Säure und Gerbstoffen. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen werden auch mit der Verwendung unterschiedlicher Hefen erreicht.

Cider wird grundsätzlich in die Kategorien süß und trocken eingeteilt.

Kopparberg Premium Cider

Kopparberg Premium Cider

Der trockene oder saure Cider ist erfrischender und schwerer als die süße Variante. Um einen süßen oder lieblichen Cider zu erhalten, kann die Gärung beim gewünschten Restzuckergehalt gestoppt werden. Damit das Getränk trotzdem haltbar bleibt, kann es filtriert, pasteurisiert oder geschwefelt werden.

Trockener Cider hat einen höheren Alkoholgehalt. Die süße Variante überzeugt mit einer angenehmen Restsüße und hat einen geringeren Alkoholgehalt.

Es gibt auch verschiedene Rezepte, bei denen zusätzlich zu Äpfeln noch andere Früchte wie Kiwi, Birne oder Passionsfrüchte verwendet werden.

Wie wird Cider hergestellt?

Die Herstellung von Cider ist nicht so aufwendig wie das Brauen von Bier. Allerdings sind die Kosten etwas höher. Anders als beim Brauen von Bier muss nicht gemaischt, gekocht und geläutert werden.

Wer Cider herstellen will, kann den Saft aus den Äpfeln selbst gewinnen, indem er die Äpfel wäscht, grob zerkleinert und presst. Es ist wichtig, dass auch die Schle verwendet wird, denn in ihr befinden sich wilde Hefen. Allerdings kann auch frisch gepresster Apfelsaft aus einer Mosterei verwendet werden.

Apfelwein Fässer

Apfelwein Fässer

Der Apfelsaft wird in Fässer gefüllt. Über die Apfelschalen gelangen wilde Hefen in den Most. Sie setzen die Gärung in Gang. Wer nicht so lange warten und den Gärungsprozess beschleunigen will, kann auch Weinhefe dazugeben. Die Herstellung von Cider ist auch mit pasteurisiertem Apfelsaft möglich. Das funktioniert nur, wenn Ciderhefe dazugegeben wird.

Der Gärungsprozess sollte ständig überwacht werden. Von Zeit zu Zeit sollte der Zuckergehalt gemessen werden. Zu Beginn liegt der Zuckergehalt bei 14 bis 15 Prozent. Da sich der Zucker in Alkohol umwandelt, nimmt der Zuckergehalt von Tag zu Tag ab. Es dauert vier bis fünf Wochen, bis der Cider fertig ist.

Apfelwein / Cider Abfüllanlage

Apfelwein / Cider Abfüllanlage

 

Cider selbst herstellen – so klappt es

Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle, die Cider selbst herstellen wollen:

  1. Äpfel sammeln und dafür möglichst verschiedene Sorten mit unterschiedlichem Geschmack verwenden
  2. Äpfel waschen, nicht schälen, grob zerkleinern und kalt entsaften
  3. Saft durch ein Presstuch geben, um Klumpen zu entfernen
  4. Saft in zuvor sterilisierte Gärballons füllen und gegebenenfalls Hefe dazugeben
  5. Gärballons mit Verschlusskappe und Gärrohr verschließen
  6. Der Gärprozess setzt nach 24 Stunden ein, hin und wieder nachschauen
  7. Hin und wieder Zuckergehalt messen
  8. Ist der Gärprozess beendet, kann dem Cider noch etwas Klärmittel zugesetzt werden
  9. Cider in saubere Flaschen abfüllen

Wie lagert und trinkt man Cider?

Cider sollte möglichst kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Cider ist ein Erfrischungsgetränk, das an warmen Sommerabenden schmeckt. Cider schmeckt aber auch als Alternative zu Bier, beispielsweise zu Gegrilltem und anderen deftigen Gerichten.

Cider schmeckt am besten bei einer Temperatur von 8 bis 12 Grad. Er wird aus bauchigen Gläsern getrunken. An heißen Tagen kann er mit Eiswürfeln serviert werden. Cider kann nicht nur getrunken, sondern auch zum Kochen verwendet werden. Engländer kochen Schweinefleisch in Cider.

Cider passt sehr gut in den Herbst

Cider passt sehr gut in den Herbst

Weitere Beiträge für Dich

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.